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Blasenentzün­dung (Zystitis): Formen, Häufigkeit und Verlauf

Viele Frauen erleben sie mindestens einmal im Leben: eine Blasenentzündung. Typische Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen oder häufiger Harndrang können den Alltag stark belasten. Die meisten Fälle verlaufen unkompliziert und lassen sich in der Regel gut behandeln. Erfahren Sie hier, welche Formen von Blasenentzündungen es gibt, wie häufig sie auftreten und wie sich der Verlauf der Entzündung gestaltet.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung (medizinisch: Zystitis) ist eine Entzündung der Harnblase, die meist durch Bakterien verursacht wird. Sie zählt zu den unteren Harnwegsinfektionen und tritt besonders häufig bei Frauen auf – in jüngeren Jahren ebenso wie in der Zeit nach den Wechseljahren. Typische Anzeichen sind häufiger Harndrang, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie ein unangenehmes Druckgefühl im Unterbauch. 

Blasenentzündungen treten in den meisten Fällen als unkomplizierte Harnwegsinfektionen auf. Das bedeutet, dass keine anatomischen oder funktionellen Anomalien des Harntraktes oder begleitende Erkrankungen wie eine beeinträchtigte Nierenfunktion vorliegen, die den Verlauf erschweren könnten.  

Bei einigen Menschen können jedoch Erkrankungen oder Risikofaktoren wie eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Prostatavergrößerung den Verlauf erschweren und die Behandlung beeinflussen. Diese Faktoren werden bei der Behandlung berücksichtigt, um eine bestmögliche Therapie zu gewährleisten.

Welche Formen von Harnwegsinfek­tionen gibt es?

Je nachdem, welcher Abschnitt der Harnwege betroffen ist, unterscheidet man:

Infekte der oberen Harnwege:

  • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): Eine schwerwiegendere Infektion, bei der Bakterien bis in die Nieren aufsteigen können. Symptome sind oft Fieber, Flankenschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. 

Infekte der unteren Harnwege:

  • Harnröhrenentzündung (Urethritis): Betrifft die Harnröhre und zeigt oft milde Symptome wie leichten Harndrang oder Brennen beim Wasserlassen.
     
  • Blasenentzündung (Zystitis): Entzündung der Blasenschleimhaut, meist durch eingedrungene Bakterien, mit typischen Symptomen wie häufigem Harndrang, Schmerzen und eventuell Blut im Urin.
     

Wie häufig ist eine Blasenentzündung?

Die Blasenentzündung ist die häufigste Form der Harnwegsinfektion. Vor allem Frauen sind betroffen: Etwa 10 von 100 Frauen erkranken jährlich mindestens einmal an einer Zystitis. Insgesamt machen Frauen rund 95 % der Betroffenen aus. Der Grund dafür liegt in der weiblichen Anatomie: Die Harnröhre von Frauen ist kürzer als die von Männern, sodass Bakterien leichter in die Blase gelangen können. Zudem liegt die Harnröhrenöffnung nahe am After, wodurch Darmbakterien in die Harnwege gelangen können. 

Blasenentzündungen bei Frauen

Jüngere Frauen erkranken häufig im Zusammenhang mit Sexualität oder Schwangerschaft. Auch hormonelle Veränderungen, wie sie vor und nach den Wechseljahren auftreten, können die Infektanfälligkeit erhöhen. 

Erfahren Sie, wie anatomische Unterschiede und Faktoren wie Sexualität und Schwangerschaft das Auftreten von Blasenentzündungen bei Frauen beeinflussen können.

Zu den Informationen

Blasenentzündungen bei Männern – selten, aber möglich

Männer sind seltener betroffen, da ihre längere Harnröhre in der Regel besser vor aufsteigenden Keimen schützt. Tritt jedoch eine Blasenentzündung auf, wird diese als kompliziert eingestuft. Mögliche Ursachen können eine Prostatavergrößerung oder bei jungen Männern eine Prostataentzündung sein, die eine weiterführende ärztliche Abklärung erfordern.

Verlauf und wiederkehrende Blasenentzündungen

In den meisten Fällen klingen unkomplizierte Blasenentzündungen innerhalb weniger Tage ab, entweder spontan oder durch eine Behandlung. Dennoch kann es vorkommen, dass Infektionen wiederholt auftreten. Von einer wiederkehrenden (rezidivierenden) Blasenentzündung spricht man, wenn mindestens zwei Infektionen pro Halbjahr oder drei Infektionen pro Jahr auftreten. 

Von wiederkehrenden Harnwegsinfektionen sind fast 25 % der Frauen betroffen . Nicht immer lässt sich eine klare Ursache feststellen. Es gibt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko erhöhen, darunter Diabetes mellitus, sexuelle Aktivität, der Einsatz von Spermiziden und trockene Schleimhäute nach den Wechseljahren. Diese Faktoren können die natürlichen Schutzmechanismen der Harnwege beeinträchtigen und Bakterien das Eindringen erleichtern. 

In manchen Fällen können wiederkehrende Blasenentzündungen zu bleibenden Gewebeschädigungen und Narbenbildungen an der Niere führen. Um das Risiko zu minimieren, können vorbeugende Maßnahmen sinnvoll sein. Sollten Blasenentzündungen häufig auftreten oder die Symptome länger anhalten, ist ein Besuch bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ratsam.

Weitere Infos zu Blasenentzün­dungen:
Bild zeigt eine Frau mit Wärmflasche, die schmerzbedingt wegen einer Blasenentzündung auf dem Sofa liegt.

Symptome & Diagnose

Welche Beschwerden können auf eine Blasenentzündung hinweisen und wie erfolgt die ärztliche Abklärung?

Eine Frau hält sich den schmerzenden unteren Rücken – Rückenschmerzen können ein mögliches Symptom einer Blasenentzündung sein. Bestimmte Gewohnheiten und Risikofaktoren können das Risiko einer Blasenentzündung erhöhen.

Ursachen & Risikofaktoren

Welche häufigen Auslöser gibt es für eine Blasenentzündung und welche Risikofaktoren können deren Entstehung begünstigen?

Bild zeigt eine Frau, die im Freien unbeschwert Yoga macht. Pflanzliche Präparate mit Bärentraubenblättern können bei leichten Blasenentzündungen helfen.

Behandlung unkomplizierter Blasenentzün­dungen

Was können Sie bei einer unkomplizierten Blasenentzündung tun und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Sollten Ihre Beschwerden länger anhalten oder sich verschlechtern, konsultieren Sie bitte unbedingt einen Arzt oder eine Ärztin.

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